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Datensicherung

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(Februar 2026)

Hier wird erklärt, wie man was eine Datensicherung ist, wozu man sie braucht, was man sichert und welche Sicherungsstrategien es gibt.

Datenarten

Für die verschiedenen Datenarten (System-, Einstellungs- und Nutzdaten) kommen verschiedene Methoden in Betracht. Deshalb ist es sinnvoll, diese Daten voneinander zu trennen, indem man für die Nutzdaten eine gesonderte Festplatte oder Partition verwendet. Wie man das macht, ist hier erklärt.

Die Sicherung von System- und Einstellungsdaten ist nicht unbedingt erforderlich, weil man sie im Schadenfall (durch eine Neuinstallation des Betriebssystems) wiederherstellen kann. Allerdings kann das aufwendig werden. Es kann also sinnvoll sein, auch die System- und Einstellungsdaten mit einem Systemabbild zu sichern.

Speicherung der Sicherung

Eine Datensicherung ist im Wesentlichen eine Kopie. Eine Kopie auf dem Computer kommt nicht in Frage, man braucht einen externen Datenträger, den man vom Computer trennen kann und getrennt vom Computer (anderer Raum, anderes Gebäude, Bankschließfach) aufbewahren kann. Das kann eine USB-Stick sein oder eine externe Festplatte, die auch per USB angeschlossen wird. Eine Festplatte ist bezogen auf den Speicherplatz günstiger in der Anschaffung, bei geringem Platzbedarf kann ein Stick aber günstiger sein.

Viele Dateien werden, wenn sie einmal fertig sind, nicht mehr geändert (Bilder, Musikdateien, Videos, elektronische Bücher, etc.). Für diese Dateien braucht man eine einzige Kopie, die aber möglichst aktuell sein sollte. Andere Dateien werden immer wieder geändert (z. B. Adresslisten, Buchungsdaten, Datenbanken). Bei diesen Daten kann es manchmal erforderlich sein, sich einen alten Zustand anzusehen. Dazu braucht man ältere Sicherungen (Generationen). Dazu muss entschieden werden, wie viele Generationen man aufbewahrt und wie lange.

Wozu braucht man eine Datensicherung?

In der folgenden Liste steht, was alles passieren kann. Von oben nach unten nimmt die Wahrscheinlichkeit des Eintretens ab und der Aufwand zur Behebung des Schadens zu.

  1. Einsichtnahme in eine alte Version einer Datei
    Was ist zu tun: Man schaut sich die Datei in der betreffenden Sicherungsgeneration an. Dazu muss man mehrere Generationen haben.

  2. Fehlbedienung wie z. B. versehentliche Löschung oder versehentliche Änderung
    Was ist zu tun? Man holt sich die Datei aus der Sicherung zurück. Wenn der Schadenfall schon länger zurückliegt und sich schon in die Sicherung fortgesetzt hat. Braucht man eine ältere Sicherung. Gut wäre es, wenn man auf den Schaden anlässlich der Sicherung aufmerksam gemacht würde.

  3. Einwirkung von Schadsoftware (z. B. Viren) bzw. Angriff von Hackern
    Was ist zu tun? In diesem Fall kann man dem Computer nicht mehr trauen. Entweder muss der Computer neu aufgesetzt werden (Neuinstallation des Betriebssystems und aller Programme). Oder aber das Laufwerk C wird aus einem Systemabbild restauriert. Falls auch Nutzdaten betroffen sind, z.B. weil sie durch Ransomware verschlüsselt worden sind, wird das gesamte Datenlaufwerk (D) aus der Sicherung neu aufgespielt.

  4. Festplatte so defekt, dass sie nicht mehr gelesen werden kann
    Man kauft eine neue Festplatte und baut sie in den Computer ein bzw. lässt sie einbauen. Anschließend spielt man ein Systemabbild (sofern man hat) wieder auf oder installiert das Betriebssystem und alle Programme neu. Dabei partitioniert man die Festplatte neu und richtet ein neues Datenlaufwerk ein, das dann aus der Sicherung gefüllt wird.

  5. Computer verloren oder gestohlen
    Man kauft einen neuen Computer, partitioniert die Festplatte, richtet ein neues Datenlaufwerk ein und füllt es aus der Datensicherung. Alle Programme müssen neu installiert werden. Kann ein Systemabbild helfen? Eher nicht, weil mit dem neuen Computer auch neue Hardware kommt. Im Systemabbild befinden sich dann falsche Treiber.

  6. Neuer Computer
    Genauso wie im Punkt 5 geht man vor, wenn man seinen Computer durch einen neuen ersetzen will. Der Vorteil in diesem Fall ist, dass das geplant ist. Man führt auf dem alten Computer noch eine Sicherung durch und benutzt diese dann, um den neuen Computer einzurichten.

  7. Brand (oder Hochwasser) im Arbeitszimmer
    Das ist an sich schon schlimm genug. Für den unbrauchbar gewordenen Computer verfährt man wie unter Punkt 5. Spätesten jetzt ist klar, warum eine Sicherungsplatte getrennt vom Computer aufbewahrt wird, nämlich mindestens in einem anderen Raum bzw. Stockwerk.

  8. Brand im ganzen Haus
    Das Verfahren ist wie unter Punkt 6. Allerdings wird eine im Haus aufbewahrte Sicherung nun auch unbrauchbar sein. Wenn man sich auch gegen diesen Fall absichern will, erfordert das eine (zweite) Sicherung außer Haus (z. B. im Bankschließfach).

Wie oft führt man die Sicherung durch?

Das hängt von den eigenen Anforderungen ab. Im Schadenfall sind neue Dateien bzw. die letzten Änderungen aus der Zeit nach der letzten Sicherung verloren. Im professionellen Umfeld führt das auf mindestens tägliche Sicherungen.

Im privaten Umfeld dürfte das übertrieben sein. Opa versucht ein Sicherungsintervall von etwa einem Monat einzuhalten. Nach den Erfahrungen aus Opas Bekanntenkreis sind die Sicherungsabstände dort deutlich höher. Aber: Eine seltene Sicherung ist immer noch besser als gar keine.

Am Markt erhältliche Sicherungsprogramm bieten eine Automatik bzw. Terminplanung an, wie z. B. immer freitags um 16 Uhr oder immer am ersten Sonntag eines Monats um 23 Uhr. Das hört sich gut an, ist aber im privaten Umfeld eher nicht brauchbar, weil dann erstens gewährleistet sein muss, dass der Computer zu diesem Zeitpunkt läuft und zweitens, dass dann auch das Sicherungsmedium angeschlossen ist. Die erste Bedingung ist im privaten Umfeld schon schwierig einzuhalten, die zweite Bedingung ist ziemlich sicher nicht erfüllt, weil das Sicherungsmedium getrennt vom Computer aufbewahrt werden soll.

Welche Sicherungsstrategien gibt es?

Am Markt erhältliche Sicherungsprogramme bieten verschiedene Strategien an:

Vollsicherung

Die einfachste Sicherung geht so: Man schließt das Sicherungsmedium an, leert es komplett und kopiert alle Order des Datenlaufwerks (D) eins zu eins auf das Sicherungsmedium. Beim nächsten Mal genau das Gleiche. Vorteil: Es ist sehr einfach und man kann es mit Bordmitteln des Windows selbst machen. Nachteile: Es dauert bei großen Datenmengen (mehr als 10 GB) zu lange, weil jedes Mal alle Dateien kopiert werden, obwohl die meisten davon nicht geändert wurden. Außerdem hat man immer nur eine Sicherungsgeneration.

Den letzten Nachteil behebt man so: Bei jeder Sicherung legt man auf dem Sicherungsmedium einen neuen Ordner an. Der Name ist das Tagedatum (z. B. 2026-02-24). In diesen neuen Ordner kopiert man alle Dateien. Wenn das Sicherungsmedium droht voll zu werden, entfernt man die ältesten Sicherungen evtl. mit Ausnahme von einer Sicherung pro Jahr.

Inkrementelle Sicherung

Dabei wird einmal oder in größeren Abständen eine Vollsicherung durchgeführt. Danach schaut das Programm, welche Dateien seit der letzten Sicherung geändert wurden oder neu sind. Diese Daten bilden das Inkrement (deutsch: Zuwachs), nur sie werden in die Sicherung geschrieben. Dadurch wird der Platzbedarf für die Sicherung geringer und es geht schneller. Wenn im Schadenfall alle Dateien neu aufgespielt werden müssen, braucht man die (letzte) Komplettsicherung und alle danach entstandenen Inkremente. Keines der Inkremente darf fehlen.

Differenzielle Sicherung

Bei der inkrementellen Sicherung werden diejenigen Dateien gesichert, die sich seit der letzten Sicherung geändert haben. Im Gegensatz dazu werden bei der differenziellen Sicherung alle Dateien gesichert, die sich seit der letzten Komplettsicherung geändert haben. Der Vorteil ist, dass man im Schadenfall nur die letzte Komplettsicherung und die letzte Differenzsicherung braucht. Alle dazwischen liegenden Sicherungen werden nicht gebraucht.

Reversive oder umgekehrte inkrementelle Sicherung

Auch hier wird zunächst eine Vollsicherung gemacht. Bei den nachfolgenden Sicherungen wird zunächst geschaut, welche Dateien inzwischen geändert wurden. Diese Daten werden in ihrer alten Form aus der Vollsicherung in das Inkrement verschoben, das nicht das aktuelle Datum bekommt, sondern das Datum der letzten Sicherung. Danach werden alle seit der letzten Sicherung geänderten oder neu erzeugten Dateien in die Vollsicherung kopiert. Das Verfahren ist genauso platzsparend und fast so schnell wie die normale inkrementelle Sicherung. Die Vollsicherung ist aber immer aktuell (bezogen auf den letzten Sicherungstermin). Im Schadenfall braucht man nur die Vollsicherung.

Synchronisation

Für dieses Verfahren braucht man ein Synchronisationsprogramm. Auch hier wird zunächst eine Vollsicherung durchgeführt. Bei der nächsten Sicherung vergleicht das Programm Original und Kopie und zeigt die Unterschiede an. Je nach Änderungsdatum in Original und Kopie schlägt das Programm ein Kopieren in der einen oder anderen Richtung vor.

Jetzt kann man für jede Datei entscheiden, ob die Änderung gewollt war (dann lässt man es bei dem Vorschlag) oder ein Fehler war (dann dreht man die Richtung des Kopierens um). Diese Möglichkeit ist der große Vorteil dieses Verfahrens, erfordert aber, dass man diese Entscheidung tatsächlich treffen kann, d.h. dass man sich noch daran erinnert, was da los war. Wenn nun vier Wochen oder mehr seit der letzten Synchronisation vergangen sind, wird es an der Erinnerung hapern.

Verschiedene Sicherungsgenerationen entstehen bei der Synchronisation nicht. Damit eignet sich das Verfahren nicht, wenn man auf ältere Versionen einer Datei zugreifen möchte. Aber es ist gut geeignet für Dateien, die nach der Fertigstellung normalerweise nicht mehr geändert werden z. B. Mediendateien wie Bilder, Videos oder Musik).

Wenn man nun doch Sicherungsgenerationen haben möchte, muss man mehrere Verfahren kombinieren. Das ist nun nichts für Anfänger, sondern erfordert vertiefte Kenntnisse über die beteiligten Programme.

 
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