Was sind Adressen und was bedeutet X86 und X64.
Wie findet ein Programm Daten im Hauptspeicher? Indem es sich sogenannte Adressen merkt. Die Speicherstellen im Hauptspeicher bestehen aus Bits, von denen je 8 zu einem Byte zusammengefasst sind. Ein Programm kann auf Bits nicht direkt zugreifen, wohl aber auf Bytes mit den darin enthaltenen Bits.
Die Bytes im Hauptspeicher sind durchnummeriert, beginnend bei 0 und endend je nach Größe des Hauptspeichers. Diese Nummer nennt man Adresse. Jedes Byte im Hauptspeicher hat also seine eigene Adresse.
Der Prozessor eines Computers hat eine bestimmte Adresslänge mit der er umgehen kann. Heutzutage benutzen Prozessoren Adressen mit einer Länge von 64 Bit. Ältere Prozessoren benutzen Adressen mit einer Länge von 32 Bit.
Der mit 32 Bit darstellbare Adressbereich reicht vom Byte 0 bis zum Byte mit der Nummer 232-1=4.294.967.295. Das ist ein Hauptspeichergröße von 4 GiB. Das war auch lange Zeit genug, weil größere Hauptspeicher früher unbezahlbar waren. Opas erster PC hatte 32 MiB Hauptspeicher, der zweite 256 MiB und der dritte 4 GiB. Verbaut waren damals häufig Prozessoren, die der Hersteller Intel als X86-Familie bezeichnete. Davon leitet sich auch heute noch der Begriff der X86-Architektur ab. Auch das Betriebssystem Windows benutzte lange Zeit 32 Bit lange Adressen und konnte nur mit Hauptspeichern bis 4 GiB umgehen.
Später kamen dann Prozessoren auf den Markt, die mit Adressen der Länge 64 Bit arbeiteten, aber auch 32-Bit-Adressen verarbeiten konnten. Dabei spricht man dann von X64-Architektur. Entsprechend konnte man dann auch PCs mit größeren Hauptspeichern kaufen.
Dafür brauchte man dann auch ein 64-Bit Windows, das aber dann wiederum nicht auf 32-Bit Prozessoren lauffähig war. Das erste 64-Bit-Windows war Windows XP 64-Bit Edition. Lange Zeit gab es die 32-Bit und die 64-Bit Versionen von Windows parallel. Das letzte war Windows 10. Windows 11 gibt es nur noch al 64-Bit-Version.
Einen PC mit einem 32-Bit Prozessor kann man also nicht auf Windows 11 hochrüsten. Allerdings sind diese PCs aus heutiger Sicht uralt und gehören ausgetauscht.
Viele Anwendungsprogramme gibt es heute als 32-Bit- und als 64-Bit-Version, allerdings nicht alle. Darunter sind natürlich diejenigen Programme, deren Entwicklung inzwischen eingestellt wurde. Deshalb ist es gut, dass alle 64-Bit-Windowssysteme die Ausführung von 32-Bit-Programmen zulassen (auch Windows 11).